Im Oktober 2026 wurden zwei schwerwiegende Schwachstellen in PHP bekannt. Sie erlauben Angreifern, über das Internet beliebigen Code auf Webservern auszuführen. Das Problem steckt nicht in WordPress, Shopware oder Joomla, sondern in der Technik darunter. Deshalb schützt auch ein vorbildlich gepflegtes CMS allein nicht.
Was ist passiert?
Am 20. Oktober 2026 hat das PHP-Sicherheitsteam ein außerplanmäßiges Sicherheitsupdate für den 21. Oktober angekündigt. Es schließt zwei Lücken, die jeweils mit 9,2 von 10 Punkten (CVSS v4.0) bewertet und als kritisch eingestuft sind.
Beide Lücken ermöglichen eine sogenannte Remote Code Execution: Angreifer können aus der Ferne eigenen Programmcode auf dem Server ausführen und damit zum Beispiel
- Kunden- und Formulardaten abgreifen,
- Schadsoftware oder Spam-Seiten einschleusen,
- Inhalte manipulieren oder den Server für weitere Angriffe missbrauchen.
Die Lücken im Überblick
- Kennungen
- CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619
- Art
- Ausführung von Schadcode aus der Ferne (Remote Code Execution) im Kern von PHP
- Schweregrad
- jeweils 9,2 / 10 (CVSS v4.0), vom PHP-Sicherheitsteam als kritisch eingestuft
- Betroffene Versionen
- Nach Einschätzung von Sicherheitsforschern ein Großteil der eingesetzten PHP-Versionen. Verbindliche Angaben zu betroffenen und korrigierten Versionen stehen in den offiziellen Release-Hinweisen.
- Sicherheitsupdates
- vom PHP-Projekt angekündigt für den 21. Oktober 2026
- Quelle
- Ankündigung auf php.net
Warum ein aktuelles CMS diesmal nicht schützt
Normalerweise gilt: WordPress, Plugins und Theme aktuell halten, dann ist man gut aufgestellt. Diesmal reicht das nicht. Die Lücken stecken in PHP selbst, also in der Programmiersprache, auf der WordPress, Shopware, Joomla und die meisten anderen Webanwendungen laufen. Ein Update im WordPress-Backend ändert an der PHP-Version des Servers nichts.
Hinzu kommt: Laut Sicherheitsdienstleistern sind technische Details bereits vor der Veröffentlichung der Updates durchgesickert, erste Angriffsversuche wurden beobachtet. Sobald Patches öffentlich sind, lässt sich zudem ablesen, wo genau die Lücke saß. Erfahrungsgemäß folgen dann automatisierte Massenscans, die das Internet systematisch nach ungepatchten Servern absuchen. Ob eine Website klein oder groß ist, spielt dabei keine Rolle.
Das eigentliche Risiko: veraltete PHP-Versionen
Offizielle Sicherheitskorrekturen liefert das PHP-Projekt nur für Versionen, die es noch aktiv unterstützt. Websites auf PHP 8.1, 7.x oder älter bleiben damit ohne zusätzliche Maßnahmen angreifbar. Betroffen sind häufig ältere Installationen, etwa Joomla-3-Seiten oder WordPress-Projekte, die lange nicht modernisiert wurden.
Faustregel: Wer nicht weiß, welche PHP-Version seine Website nutzt, sollte das jetzt herausfinden. In WordPress steht die Angabe unter Werkzeuge → Website-Zustand → Bericht → Server. Welche Versionen noch unterstützt werden, zeigt die offizielle Übersicht auf php.net.
Was Website-Betreiber tun sollten
PHP-Version prüfen
Im CMS-Backend oder im Kundenbereich des Hosters nachsehen, welche PHP-Version aktiv ist.
Patch-Stand klären
Beim Hoster erfragen, ob die Sicherheitsupdates eingespielt sind. Bei eigenen oder Root-Servern liegt das in Ihrer Verantwortung.
Backup sichern
Vor jedem Update ein vollständiges Backup von Dateien und Datenbank anlegen und extern speichern.
Veraltetes PHP ablösen
Läuft die Seite auf einer nicht mehr unterstützten Version, ist ein Upgrade von PHP und CMS jetzt dringend.
Für Kunden von Zahm & Zornig
Auf den von uns betreuten Servern spielen wir die Sicherheitsupdates gemeinsam mit unserem Hosting-Partner unmittelbar nach Veröffentlichung ein. Während des Patchens kann Ihre Website kurzzeitig nicht erreichbar sein. Das ist für einen sicheren Betrieb notwendig. Sie selbst müssen nichts unternehmen.
Für Websites auf älteren PHP-Versionen, die keine offiziellen Korrekturen mehr erhalten, prüfen wir individuelle Schutzmaßnahmen. Dauerhaft führt an einem Upgrade jedoch kein Weg vorbei. Betroffene Kunden sprechen wir dazu direkt an.
Häufige Fragen
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Ist meine WordPress-Website betroffen, obwohl alles aktuell ist?
Sehr wahrscheinlich ja. Die Lücken liegen in PHP, nicht in WordPress. Entscheidend ist, ob auf dem Server die PHP-Sicherheitsupdates eingespielt wurden.
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Welche PHP-Versionen sind genau betroffen?
Verbindliche Angaben zu betroffenen und korrigierten Versionen dokumentiert das PHP-Projekt in den Release-Hinweisen auf php.net.
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Muss ich als Kunde von Zahm & Zornig etwas tun?
Nein. Auf den von uns betreuten Servern spielen wir die Updates gemeinsam mit unserem Hosting-Partner ein. Kurze Ausfallzeiten während des Patchens sind möglich.
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Was passiert mit Websites auf alten PHP-Versionen?
Offizielle Korrekturen gibt es nur für Versionen, die das PHP-Projekt noch unterstützt. Ältere Versionen bleiben ohne zusätzliche Maßnahmen angreifbar. Ein Upgrade ist dann dringend zu empfehlen.
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Woran erkenne ich, ob meine Website bereits angegriffen wurde?
Typische Anzeichen sind unbekannte Admin-Konten, fremde Dateien auf dem Server, Weiterleitungen auf fremde Seiten oder Warnungen von Google. Im Verdachtsfall hilft unsere Soforthilfe bei gehackten WordPress-Seiten.
Unsicher, ob Ihre Website betroffen ist?
Wir prüfen PHP-Version, Hosting und Update-Stand Ihrer Website und sagen Ihnen klar, was zu tun ist.
Website-Soforthilfe anfragen