Das beste Pferd im Stall: Warum der Mittelstand auf WordPress setzt

Wer heute eine neue Unternehmenswebseite plant, steht früher oder später vor der gleichen Frage: Welches Content-Management-System soll es sein? Die Auswahl ist groß, die Meinungen sind vielfältig – und trotzdem zeigt ein Blick auf die Zahlen ein erstaunlich klares Bild.
Die Zahlen lügen nicht
WordPress ist nicht einfach nur beliebt. Es ist dominant. Laut aktuellen Daten von W3Techs läuft heute mehr als 43 Prozent aller Websites weltweit auf WordPress – Tendenz seit Jahren steigend. Betrachtet man ausschließlich Websites, die überhaupt ein CMS nutzen, liegt der Anteil sogar bei rund 62 bis 65 Prozent. Zum Vergleich: Der nächste Wettbewerber Shopify kommt gerade mal auf etwa 4 Prozent.
Auch in Deutschland zeigt sich ein ähnliches Bild. Rund 46 Prozent aller hierzulande untersuchten Websites basieren auf WordPress. Das ist keine Zufälligkeit – das ist eine klare Marktentscheidung, die sich über viele Jahre und Branchen hinweg bestätigt hat.
Warum WordPress für den Mittelstand so gut funktioniert
Der Mittelstand hat andere Anforderungen als ein Start-up mit drei Mitarbeitenden oder ein Konzern mit eigener IT-Abteilung. Hier braucht es ein System, das flexibel genug ist für individuelle Anforderungen, gleichzeitig aber keine Vollzeitstelle für die Pflege erfordert. WordPress trifft diesen Punkt sehr gut.
Wirtschaftlichkeit: Das System selbst ist Open Source und kostenlos. Dazu kommt ein riesiges Ökosystem an Plugins und Themes – viele davon ebenfalls kostenlos oder zu überschaubaren Preisen. Neue Funktionen lassen sich oft ohne aufwändige Individualentwicklung umsetzen.
Bedienbarkeit: Redakteure können nach einer kurzen Einweisung eigenständig Inhalte pflegen, Beiträge veröffentlichen und Seiten aktualisieren – ohne Programmierkenntnisse, ohne Agentur für jeden kleinen Handgriff.
SEO und Performance: WordPress bietet eine solide technische Grundlage für Suchmaschinenoptimierung. Kombiniert mit den richtigen Plugins und einem durchdachten technischen Setup lassen sich sehr gute Rankings erzielen – ein entscheidender Faktor für mittelständische Unternehmen, die lokal oder regional sichtbar sein wollen.
Skalierbarkeit: Von der kleinen Firmenwebseite mit fünf Seiten bis zur komplexen Plattform mit Shop, Mitgliederbereich und mehrsprachigem Auftritt – WordPress wächst mit. Viele Unternehmen fangen klein an und erweitern ihr System im Laufe der Zeit, ohne das CMS wechseln zu müssen.
Verfügbarkeit von Fachkräften und Agenturen: Wer WordPress einsetzt, ist nicht abhängig von einer einzelnen Agentur oder einem spezialisierten Dienstleister. Das Angebot an WordPress-Agenturen, Freelancern und Entwicklern ist weltweit das größte im CMS-Bereich. Das schafft Flexibilität und Sicherheit.
Was ist mit den Wettbewerbern?
Es wäre unehrlich, die Alternativen komplett wegzureden. Jedes System hat seine Daseinsberechtigung – nur eben nicht für jeden Anwendungsfall.
TYPO3 war lange das bevorzugte CMS im deutschsprachigen Mittelstand und bei Behörden. Das hat historische Gründe: Viele Agenturen haben Anfang der 2000er Jahre auf TYPO3 gesetzt, und diese Systeme laufen zum Teil noch heute. Doch die Realität 2025 sieht anders aus. TYPO3 hält weltweit nur noch rund 0,6 Prozent Marktanteil – der Löwenanteil davon in der DACH-Region. Das System ist komplex, erfordert spezialisierte Entwickler und verursacht im Vergleich zu WordPress deutlich höhere Kosten – sowohl in der Entwicklung als auch in der laufenden Wartung. Der Markt an qualifizierten TYPO3-Entwicklern schrumpft. Für Neubauten empfiehlt sich TYPO3 heute nur noch in sehr spezifischen Szenarien.
Joomla ist ein solides Open-Source-CMS mit einer treuen Community. Es liegt ebenfalls im einstelligen Prozentbereich (rund 1 Prozent weltweit) und verliert langfristig Marktanteile. Für Unternehmen, die bereits eine bestehende Joomla-Webseite betreiben, ist ein Wechsel nicht immer sinnvoll – aber für Neubauten gibt es kaum noch eine Argumentation, die klar für Joomla spricht.
Shopify ist der Spezialist für E-Commerce – und in diesem Bereich auch richtig gut. Wer einen reinen Online-Shop betreiben möchte, kann Shopify ernsthaft in Betracht ziehen. Für eine klassische Unternehmenswebseite mit optionalem Shop-Bereich ist WordPress mit WooCommerce aber in der Regel die wirtschaftlichere und flexiblere Lösung.
Wix und Squarespace sind Baukastensysteme und für Einsteiger attraktiv. Sie sind schnell aufgesetzt, günstig im Einstieg – aber eingeschränkt in Flexibilität, Skalierbarkeit und Datenhoheit. Wer längerfristig denkt, kommt früher oder später an WordPress nicht vorbei.
Unsere Empfehlung – und unser Ansatz
Wir sind seit vielen Jahren spezialisiert auf WordPress und Joomla. In unserem Portfolio haben wir über die Zeit einen klaren Schwerpunkt entwickelt: WordPress hat bei uns inzwischen eindeutig den Vorrang, weil es das System ist, das unsere Kunden in den meisten Fällen am besten bedient – technisch, wirtschaftlich und im laufenden Betrieb.
Gleichzeitig betreuen wir seit Jahren auch eine ganze Reihe von Joomla-Webseiten. Bestehende Systeme müssen nicht zwingend ersetzt werden – wir können Joomla-Projekte erweitern, umbauen, modernisieren und natürlich im laufenden Betrieb pflegen. Manchmal ist das die sinnvollste Entscheidung.
Wenn Sie eine neue Webseite planen oder Ihr bestehendes System auf den Prüfstand stellen möchten, sprechen wir gerne darüber – ohne Scheuklappen und ohne vorgefasstes Angebotsmuster. Manchmal ist die beste Empfehlung, nichts zu ändern. Meistens aber gibt es Wege, besser aufgestellt zu sein.
Quellen: W3Techs – Usage Statistics of Content Management Systems (2025); Statista – CMS-Marktanteile weltweit; Julia Vicentini Webdesign – WordPress Marktanteil 2025
Foto: Julia Joppien auf Unsplash